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Kapitaldienstfähigkeit berechnen: Trägt dein Betrieb die Kreditrate?

Die Kapitaldienstfähigkeit ist das wichtigste einzelne Kriterium jeder Kreditentscheidung: Reicht dein Cashflow, um Zins und Tilgung dauerhaft zu zahlen? Rechne es in 30 Sekunden nach — mit der Logik, die Banken typischerweise ansetzen.

Kapitaldienst-Deckung
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So liest die Bank diese Zahl

Die Bank bildet aus deinem Ergebnis einen erweiterten Cashflow (Ergebnis + Abschreibungen − Entnahmen) und teilt ihn durch den Kapitaldienst (alle Zins- und Tilgungszahlungen inklusive des neuen Kredits). Liegt der Wert unter 1,0, trägt sich der Kredit rechnerisch nicht. Als Orientierung verlangen viele Institute mindestens etwa 1,1 bis 1,2 — also 10–20 % Puffer für schwache Monate. Jede Bank rechnet im Detail anders (manche vor Steuern, manche mit Haushaltspauschalen); dieser Rechner zeigt die verbreitete Grundlogik.

Zu wenig Puffer? Die üblichen Hebel sind längere Laufzeit (kleinere Rate — rechne es im Kredithöhen-Rechner nach), mehr Eigenkapital (EK-Quoten-Rechner) oder tilgungsfreie Anlaufjahre, wie sie viele Förderkredite bieten.

Die Formel — Schritt für Schritt

Die Kapitaldienstfähigkeit ist ein Verhältnis aus zwei Größen: dem Geld, das dein Betrieb im Jahr tatsächlich für Zins und Tilgung übrig hat, und dem, was Zins und Tilgung im Jahr kosten.

Schritt 1 — Cashflow für den Kapitaldienst
Gewinn vor Steuern + Abschreibungen Privatentnahmen

Schritt 2 — Kapitaldienst
bestehende Zins- und Tilgungszahlungen + Zins und Tilgung des neuen Kredits

Ergebnis
Kapitaldienstfähigkeit = Schritt 1 ÷ Schritt 2

Ein Wert von 1,0 heißt: Der Cashflow reicht exakt für den Kapitaldienst — ohne jeden Puffer. Alles darunter trägt sich rechnerisch nicht.

Ein Beispiel, komplett durchgerechnet

Ein Einzelunternehmen plant eine neue Finanzierung. So sieht die Rechnung aus:

Gewinn vor Steuern pro Jahr54.000 €
+ Abschreibungen8.000 €
− Privatentnahmen39.000 €
= Cashflow für den Kapitaldienst23.000 €
bestehende Kreditraten pro Jahr3.600 €
+ neue Rate: 1.400 €/Monat × 1216.800 €
= Kapitaldienst gesamt20.400 €

23.000 € ÷ 20.400 € = 1,13. Der Kredit trägt sich rechnerisch — aber er liegt unter dem Puffer, den viele Institute sehen wollen. Pro 1 € Kapitaldienst stehen nur 1,13 € Cashflow bereit; fällt ein schwacher Monat an, wird es eng.

Was würde reichen? Bei einer Ziel-Deckung von 1,2 dürfte der gesamte Kapitaldienst höchstens 19.167 € betragen (23.000 € ÷ 1,2). Abzüglich der bestehenden 3.600 € bleiben 15.567 € im Jahr — also eine neue Rate von rund 1.300 € statt 1.400 € im Monat. Genau diese Grenze rechnet dir der Rechner oben automatisch aus.

Fiktives, typisiertes Beispiel zur Veranschaulichung.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Kapitaldienstfähigkeit?

Man bildet zuerst den Cashflow, der für Zins und Tilgung zur Verfügung steht: Gewinn vor Steuern plus Abschreibungen minus Privatentnahmen. Diesen Betrag teilt man durch den gesamten Kapitaldienst eines Jahres, also durch alle Zins- und Tilgungszahlungen einschließlich des neuen Kredits. Das Ergebnis ist ein Faktor: Er sagt, wie viel Euro Cashflow auf jeden Euro Kapitaldienst kommen.

Was ist der Unterschied zwischen Kapitaldienst und Kapitaldienstfähigkeit?

Der Kapitaldienst ist ein Betrag: die Summe aus Zins und Tilgung, die du in einem Jahr zahlen musst. Die Kapitaldienstfähigkeit ist ein Verhältnis: Sie setzt diesen Betrag ins Verhältnis zu dem Geld, das dein Betrieb dafür übrig hat. Der Kapitaldienst steht im Kreditvertrag, die Kapitaldienstfähigkeit entscheidet, ob es diesen Vertrag gibt.

Welchen Wert erwartet die Bank?

Unter 1,0 trägt sich der Kredit rechnerisch nicht. Als Orientierung verlangen viele Institute mindestens etwa 1,1 bis 1,2 — also 10 bis 20 Prozent Puffer für schwache Monate. Jede Bank rechnet im Detail anders: manche vor Steuern, manche mit Haushaltspauschalen. Eine allgemeingültige Schwelle gibt es nicht.

Warum werden die Abschreibungen wieder hinzugerechnet?

Weil sie nicht zahlungswirksam sind. Eine Abschreibung mindert den Gewinn, aber es fließt in diesem Jahr kein Geld ab — das Geld ist beim Kauf abgeflossen. Für die Frage, ob du eine Rate zahlen kannst, zählt aber nur, was tatsächlich an Zahlungsmitteln übrig bleibt. Deshalb wird die Abschreibung dem Gewinn wieder zugeschlagen.

Warum werden Privatentnahmen abgezogen — und bei der GmbH nicht?

Beim Einzelunternehmen und bei Personengesellschaften lebst du von den Entnahmen, und aus ihnen zahlst du auch deine Einkommensteuer. Dieses Geld steht dem Betrieb nicht mehr für den Kapitaldienst zur Verfügung, also wird es abgezogen. Bei einer GmbH ist dein Geschäftsführergehalt bereits als Aufwand im Ergebnis enthalten — es noch einmal abzuziehen würde dieselbe Zahl doppelt belasten. Deshalb gibst du dort 0 an.

Was zählt alles zum Kapitaldienst?

In die Rechnung gehören die Zins- und Tilgungszahlungen aller laufenden Kredite plus die des geplanten Kredits — gerechnet auf ein volles Jahr. Wie einzelne Institute weitere Verpflichtungen behandeln, unterscheidet sich; im Zweifel fragst du bei deiner Bank nach, welche Positionen sie ansetzt.

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